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Cyber-Sicherheit – Sicherung der nationalen Informationstechnik in Zeiten globaler Vernetzung


Collage zu Cyber-Sicherheit


Deutschland als Hochtechnologie- und Wirtschaftsstandort gerät immer stärker in den Fokus von Spionageaktivitäten staatlicher und nicht-staatlicher Akteure mit wirtschaftlichen Interessen. Es gehört zu den Aufgaben des Bundesnachrichtendienstes, Spionageaktivitäten aus dem Ausland frühzeitig zu erkennen und einen Schaden zu verhindern bzw. zu minimieren.

Das Internet ist integraler Bestandteil des heutigen Lebens und eine wichtige Kommunikationsplattform. Ein Leben ohne Internet ist im privaten wie im öffentlichen Leben in den Industrienationen kaum mehr denkbar. Wir kommunizieren per E-Mail, posten in sozialen Netzwerken, recherchieren und kaufen online ein. Wichtige Infrastrukturen wie Kraftwerke, Strom- und Telekommunikationsnetze oder Krankenhäuser sind über das Internet verbunden. Gleiches gilt für die hochkomplexen Abläufe im Transportwesen und die weit verzahnten Produktionsprozesse der Industrie.

All dies geschieht im sogenannten Cyberspace. Darunter versteht man zunächst alle über das Internet auf Datenebene vernetzten IT-Systeme, aber darüber hinaus auch die im internationalen Datenraum transportierten und gespeicherten Informationen.

Mit der Bedeutung des Datenaustauschs über den Cyberspace wächst die Bedrohung, aber auch der Anreiz, durch Angriffe die vernetzten Infrastrukturen und Systeme zu stören oder Informationen zu stehlen. Diese Gefahr betrifft den Einzelnen genauso wie Unternehmen und staatliche Stellen. Die Akteure sind dabei ganz unterschiedlich. Es gibt Angriffe durch kriminelle Hacker, welche meist auf einen finanziellen Nutzen abzielen, aber zunehmend auch Angriffe durch staatliche oder militärische Einheiten, die im Auftrag einer ausländischen Regierung agieren.

Bei Cyber-Angriffen handelt es sich entweder um Cyber-Spionage, d. h. um den Versuch, Informationen aus Systemen zu erlangen, oder um Cyber-Sabotage, welche auf eine Störung der Funktionsfähigkeit von Netzwerken oder Computern abzielt. Die Cyber-Sabotage wird zunehmend als Mittel eingesetzt, um Firmen oder gar ganze Wirtschaftsstandorte zu erpressen.

Cyber-Angriffe erfolgen immer über Schadsoftware (Viren, Trojaner), die im Internet mehr oder weniger gezielt verbreitet wird, z. B. über Anhänge in E-Mails oder auch durch präparierte Internetseiten. Je nach Ziel des Angriffs provoziert diese Schadsoftware eine Fehlfunktion, z. B. einen Systemabsturz, oder ermöglicht den unbemerkten Abfluss wichtiger, sensibler Informationen. Insbesondere bei Cyber-Spionage-Angriffen dauert es oft viel zu lange, bis Betroffene bemerken, dass sie Ziel eines erfolgreichen Angriffs geworden sind.

Die Abhängigkeit des Staates, der Wirtschaft und der Gesellschaft von moderner Informations- und Kommunikationstechnik führt dazu, dass die Abwehr von Spionage- und Sabotageangriffen für die Bundesrepublik Deutschland strategische Bedeutung erlangt hat.

Im Rahmen der Cyber-Sicherheit sollen zum einen die Gefahren für und Angriffe auf deutsche Netzwerke und Computer rechtzeitig erkannt werden, aber auch Regeln zur Verhinderung von erfolgreichen Angriffen erarbeitet werden. Dies ist ein steter Prozess. Durch die Angreifer werden täglich neue Lücken, welche einen Cyber-Angriffe erfolgversprechend erscheinen lassen, gesucht und auch gefunden. Zu dem Thema Cyber-Sicherheit arbeitet der Bundesnachrichtendienst mit anderen deutschen und ausländischen Sicherheitsbehörden zusammen.

Dem Bundesnachrichtendienst kommt hierbei im Rahmen seines gesetzlichen Auftrages eine besondere Rolle zu: Er hat die Befugnis und die technischen Möglichkeiten zur strategischen Erfassung internationaler Datenverkehre. Der Bundesnachrichtendienst erfasst im Ausland Cyber-Spionage- und Cyber-Sabotage-Angriffe, die sich gegen staatliche und/oder kritische Infrastrukturen richten, und kann so frühzeitig Warnhinweise für die entsprechenden Stellen zur Einleitung von Abwehrmaßnahmen generieren. Durch die Identifizierung von Schadsoftware-Aktivitäten in den Datenströmen des Internet kann das Schadpotenzial von Cyber-Angriffen staatlicher und nicht-staatlicher Akteure minimiert werden. Diese Vorgehensweise wird als SIGINT Support to Cyber Defense - kurz SSCD - bezeichnet.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stellt auf seinen Seiten weitere Informationen zum Thema Cyber-Sicherheit und zur nationalen Cyber-Sicherheitsstrategie zur Verfügung.

Zusatzinformationen


Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)