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Piraterie


Collage Piraterie


Seit den Anfängen sehen sich Handelsschiffe der Bedrohung durch Kriminelle ausgesetzt. Und auch heute noch stellt Piraterie in einigen Regionen eine Gefahr für Schiffe und Besatzungen dar. In der jüngeren Vergangenheit avancierte das Horn von Afrika zu einer für Handelsschiffe besonders gefährlichen Region. Parallel zu der im seit 2012 eingetretenen relativen Beruhigung der Lage vor Somalia rückte ein weiterer Hotspot ins öffentliche Bewusstsein: der Golf von Guinea vor Westafrika.

Wissenswertes

Piraterie passt sich in ihrer Ausprägung den jeweiligen regionalen Gegebenheiten an. Ihr liegen zumeist gut organisierte Strukturen und Netzwerke zugrunde. Durch Interessenüberschneidungen und Korruption reichen diese teilweise bis in den Bereich von Behörden und Politik in den Regionen. Fehlende oder ineffektive Sicherheitsstrukturen der Anrainerstaaten begünstigen das Entstehen von sicheren Rückzugsräumen und weitgehenden Schutz vor Strafverfolgung.

Da deutsche Reedereien, gemessen an der Tonnage, den drittgrößten Anteil der weltweiten Handelsflotte betreiben, sind deutsch bereederte Schiffe entsprechend häufig Opfer von Piratenangriffen. Damit sind deutsche Interessen regelmäßig direkt von den Auswirkungen der weltweiten Piraterie betroffen.

Die Rolle des Bundesnachrichtendienstes

Der BND beobachtet weltweit die Lageentwicklung in pirateriegefährdeten Seegebieten, ordnet kontinuierlich die vorliegenden Informationen in den Gesamtzusammenhang ein und erstellt so fundierte Analysen.

Dies umfasst insbesondere:

  • Bereitstellung von Informationen für die Bundesregierung, deren Ressorts und den parlamentarischen Bereich zur laufenden Lagebewertung und zur Vorbereitung von Entscheidungen bezüglich der deutschen Beteiligung an der Pirateriebekämpfung,
  • Unterstützung des Krisenstabes der Bundesregierung im Fall der Entführung von deutschen Staatsangehörigen durch Piraten,
  • Unterstützung der deutschen Einsatzkontingente am Horn von Afrika vor und während des ATALANTA-Einsatzes,
  • Unterstützung deutscher Ermittlungsbehörden im Fall der Erpressung von deutschen Reedereien durch Piraten und
  • Zuarbeit bei der Festlegung von Gefahrenstufen und Warnhinweisen für gefährdete Seegebiete durch das Bundesministerium des Innern.